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Motorola erreicht bedeutenden Durchbruch mit einem 1 Mbit MRAM-Universal-Speicherchip mit Kupfermetallisierung

Im Zeitplan für die Massenproduktion im Jahr 2004; deutliche Vorteile für die Kunden von Handys, tragbaren Geräten, Laptops, PCs und Autos erwartet

HONOLULU – 10. Juni 2002 – Der Halbleiterbereich (SPS) von Motorola hat in Zusammenarbeit mit den Motorola Labs diese Woche auf dem VLSI (Very Large Scale Integration) Symposium zu Technologien und Schaltungen 2002 seinen ersten 1 Megabit MRAM-Universal-Speicherchip (MRAM = Magnetoresistive Random Access Memory) vorgestellt. Dieser Durchbruch bringt die Forschungsarbeiten auf dem Gebiet von Universalspeichern einen signifikanten Schritt voran. Eine Technologie steht vor der Tür, die den Markt für Halbleiterspeicher revolutionieren wird.

“MRAM besitzt das Potential, für den Großteil der digitalen Konsumelektronikgeräte wie Handys, tragbare Geräte, Laptops, PCs und sogar Autos zur marktbeherrschenden Speichertechnologie zu werden,” erklärte Saied Tehrani, Direktor für MRAM-Technologien im SPS. “ Als führendes Unternehmen bei der Entwicklung dieser Technologie liegen wir gut im Zeitplan, um das selbst gesteckte Ziel zu erreichen, MRAM-Muster im Jahr 2003 und Produktionsstückzahlen im Jahr 2004 zu liefern.”

Motorola hatte bereits das erste im Februar 2001 angekündigte 256 Kbit MRAM-Chip entwickelt. Bei MRAMs handelt es sich um nicht-flüchtige Speicher, das heißt, dass die im Speicher abgelegten Daten erhalten bleiben, wenn die Betriebsspannung abgeschaltet wird. Der 1Mbit-Chip ist jetzt das größte in Entwicklung befindliche MRAM und führt die Halbleiterbranche näher an die kommerzielle Vermarktung dieser äußerst kompakten Universal-Speicherchips heran.

Diese revolutionäre Technologie für Speicherchips könnte die Art und Weise deutlich verändern, in der Endverbraucher elektronische Geräte benutzen. Chronische Probleme wie langsam startende Computer oder Handys, Datenverluste, langes Warten auf zu ladende Daten und kurze Batterielebensdauer könnten dank der MRAM-Chips der Vergangenheit angehören. Zum Beispiel müssen die Computer von heute nach dem Einschalten Daten immer wieder von der Festplatte in den internen Speicher laden. Das MRAM ist so konzipiert, dass die Programme und Daten im lokalen Speicherbereich verbleiben, selbst wenn das Gerät abgeschaltet wird. In ähnlicher Weise kann das MRAM voraussichtlich die Wartezeit beseitigen, mit der wir beim Ein- und Ausschalten unserer Handys konfrontiert werden.

"Forscher haben jahrzehntelang nach dem ‘heiligen Gral’ in der Welt der Halbleiterspeicher gesucht -- einen Baustein, der nicht-flüchtig, kostengünstig, schnell und stromsparend ist. Jede der heute gebräuchlichen Technologien, ob DRAM, Flash oder SRAM, adressiert eine oder zwei dieser Eigenschaften, aber keine Technologie kann bisher alle vier Anforderungen erfüllen. Die Erfolge von Motorola auf dem Gebiet der MRAM-Technologie scheinen uns näher an das ultimative Ziel eines idealen Speicherchips zu bringen," stellte Jim Handy, Direktor der Semico Research Corporation für den Bereich nicht-flüchtige Speicher, fest.

Die MRAM-Technologie ermöglicht daneben die Integration mehrerer Speicheroptionen auf einem einzigen Chip. Indem die Notwendigkeit für eine Vielzahl verschiedener Speicher entfällt, können künftige Konsumelektronikprodukte kleiner gebaut und mit mehr kostengünstigen, im Speicher realisierten Funktionen ausgestattet werden.

“Indem sie die Komplexität eines Systems reduzieren, tragen MRAMs dazu bei, die Batterielebensdauer und die Systemleistung bei gleichzeitiger Senkung der Systemkosten zu steigern,” erläuterte Tehrani. “Das MRAM kombiniert aggressive Leistungsdaten für Speicherbausteine mit nicht-flüchtigem Verhalten und verfügt gleichzeitig über beide Eigenschaften, und das bei einem Bruchteil des Stromverbrauchs von heutigen Produkten.”

In ähnlicher Weise können die Vorteile der MRAM-Technologie auch in der Automobilbranche Platz greifen. MRAM-Technologie kann dabei helfen, die Anforderungen zukünftiger ‘intelligenter Fahrzeuge’ zu adressieren, die funktionelle und kostengünstige nicht-flüchtige Speicher benötigen, die bei hohen Zugriffsgeschwindigkeiten über eine große Anzahl von Lese- und Schreibzyklen funktionieren. Eine ganze Reihe von Anwendungen, von solchen in der Kommunikationstechnik bis hin zu funkgestützten Schließanlagen, können durch den Einsatz von MRAMs verbessert werden.

Die erstklassige integrierte MRAM-Technologie aus dem Hause Motorola ist eine der Schlüsselkomponenten für die kürzlich von Motorola, Philips und STMicroelectronics verabschiedete Absichtserklärung, eine Allianz zu gründen, die sich mit der Entwicklung von zukunftsträchtigen Halbleitertechnologien und der Herstellung von 300mm-Wafern befasst.

“Motorola's Beitrag zu dieser von drei der 10 größten Halbleiterherstellern der Welt gegründeten Technologieallianz und sein Know-how auf dem Gebiet integrierter MRAMs schafft die Voraussetzungen für eine beschleunigte Entwicklung von MRAMs der nächsten Generation. Wir gehen davon aus, dass die Allianz uns in die Lage versetzen wird, einen Großteil des Speichermarkts zu erobern und zu einer schnelleren Marktakzeptanz der MRAM-Technologie zu gelangen,” meinte Rick Sivan, Vice President und Direktor des 'Embedded Memory Center' von Motorola. “Motorola engagiert sich dafür, MRAMs und die damit verbundenen Vorteile zu den Kunden zu tragen.”

Der von Motorola mit großem Erfolg demonstrierte Speicherbaustein ist ein 1 Mb MRAM mit niedriger Stromaufnahme, das auf einer nur aus einem Transistor bestehenden Speicherzelle (1T) und einer einzigen MTJ (Magnetic Tunnel Junction) basiert und das bei Zykluszeiten von weniger als 50ns für Lesen und Schreiben arbeitet. Dies ist die bisher umfangreichste Demonstration eines MRAMs und das erste Produkt, dessen Integration in CMOS mit Kupfermetallisierung erfolgt ist. Das Speicherdesign mit einer Organisation von 64k x 16 basiert auf einem CMOS-Prozess mit Strukturbreiten von 0,6µ und wurde auf einem 200mm-Substrat mit Kupfermetallisierung gefertigt. Für die Ummantelung der Kupferbahnen mit magnetischem Material wurde eine neue Struktur verwendet, und so konnte die für das Programmieren der Bits benötigte Energie um den Faktor vier gesenkt werden. Mit dieser Struktur erreicht man einen leistungsfähigen und kostengünstigen Speicherbaustein mit niedriger Stromaufnahme.

Eine Zusammenarbeit mit der DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) und von der DARPA bereitgestellte Gelder haben zusammen mit den bereits von Motorola erarbeiteten Forschungsergebnissen das Unternehmen in die Lage versetzt, sich bei dieser Technologie an vorderster Front zu positionieren.

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